Der absolute Tiefpunkt – Nach einer wahren Geschichte

Das hier nie irgendwas so läuft, wie man es geplant hat, haben wir, hier in Australien, schon von vielen Backpackern gehört. Insgesamt hatten wir auch nur einen groben Plan, was wir hier drüben machen wollen.
Und zwar ein Auto kaufen und dann die Ostküste von Melbourne nach Cairns abklappern. Fest stand auch, dass wir auf jeden Fall noch hier arbeiten möchten bzw. auch müssen, um uns unsere weitere Reise leisten zu können.

Unsere Stopps, auf unseren bisherigen Routen, haben wir uns immer nur ein paar Tage vorher rausgesucht und dann natürlich auch unterwegs immer mal wieder angehalten, wenn es uns irgendwo gefallen hat.

Als wir dann in Melbourne losgefahren sind, waren wir froh, dass bis jetzt alles so gut geklappt hat. Wir haben uns ein Auto gekauft, in dem wir auch schlafen können. Wir haben alle organisatorischen Sachen, wie die Steuernummern und unseren Bankaccount erledigt. Wir haben uns schon von Melbourne aus, um eine Job gekümmert, um ab März arbeiten zu können und waren bereit für unser Abenteuer.

Leider sollten uns die schlechteren Tage schneller einholen als gedacht.

Denn als wir mit unserem Auto, welches wir zu diesem Zeitpunkt seit gerademal 2,5 Wochen hatten, von Batemans Bay weiter nach Jarvis Bay fahren wollten, wurde die Lenkung auf einmal schwerfällig und es leuchteten ein paar Lampen auf.Wir fuhren also vom Highway runter, um uns das genauer anzusehen. Leider traf uns da die Erkenntnis, dass wir wohl oder übel bei unser Versicherung anrufen müssen.
Also riefen wir dort an und 20 Minuten später war ein Mechaniker bei uns. Der Mechaniker schaute sich das Auto an und meinte, dass er sich um einen Abschleppdienst für uns kümmert. 30 Minuten später saßen wir dann in dem Wagen vom Abschleppdienst und unser Auto hinten aufgeladen und fuhren zu einer Werkstatt. Leider war es schon später und der Mechaniker konnte sich das Auto nicht mehr anschauen.

Natürlich war unsere Laune am Tiefpunkt und wir hofften einfach, dass unser Auto keinen großen Schaden hat. Da unser Auto quasi unser Zuhause war, mussten wir ein paar Sachen zusammen packen und gingen für eine Nacht in ein Hostel.

Am nächsten Tag gingen wir Vormittags sofort zum Mechaniker, nur um uns sagen zu lassen, dass er heute keine Zeit hat unser Auto anzuschauen und es erst morgen Vormittag schafft. Also ging es, voller Ungewissheit, wieder zurück ins Hostel und wir verlängerten unseren Aufenthalt für eine weitere Nacht.

Nachdem wir den Tag überstanden hatten, ging es am nächsten morgen noch voller Hoffnung zum Mechaniker. Und das erste was dieser zu uns sagt war: ,, I have very bad news for you!“. Daraufhin erklärte er uns, dass eine Schraube abgebrochen ist, die sozusagen den ganzen Motor zusammenhält und nannte uns die Preise für eine Reparatur. Diese waren natürlich für uns viel zu hoch und wir hatten noch nicht mal eine Garantie, dass unser Auto danach wieder richtig funktioniert. Außerdem würden die Reparaturen sich 2 Wochen hinziehen.

Jetzt waren wir wirklich am Tiefpunkt unserer Reise und ich hoffe wirklich, dass uns sowas nicht nochmal passiert. Toi Toi Toi! Naja, auf jeden Fall mussten wir jetzt erstmal überlegen, wie es weiter gehen soll. Nach mehreren Überlegungen kamen wir zu dem Entschluss: Ein neues Auto muss her!

Denn wie sollen wir unsere ganzen Sachen plus die Campingausrüstung nach Sydney bekommen? Und wie sollen wir dann von Sydney nach Cairns kommen? Denn auf eine Bustour hatten wir von Anfang an keine Lust. Außerdem brauchen wir für unsere Arbeit ein Auto.
Also zogen wir los Richtung Stadt und klapperten alle Autohändler ab. Natürlich hatten wir kein Geld uns wieder so ein schönes und großes Auto zu kaufen. Wir wollten einfach etwas kleineres und billigeres. Leider hatte kein Autohändler etwas in unserem Budget.
Völlig fertig ginge wir zurück zum Mechaniker und erklärten ihm unsere Lage.
Und völlig Unerwartet meinte dieser, dass er uns ein Auto verkaufen könnte und der Preis war auch völlig in Ordnung. Also machten wir eine Probefahrt und kauften das Auto danach auch sofort.
Haltet uns ruhig für verrückt, aber das war unser einziger Lichtblick in diesem Moment, um endlich weiter fahren zu können und alle unsere Sachen mitzunehmen.
Wir erledigten am gleichen Tag noch alle Formalitäten und konnten dann unsere Sachen aus unserem alten Auto in das neue Auto laden. Selbstverständlich ist es nicht groß genug, um da drin zu schlafen, denn so viel Geld hatten wir dann auch nicht. Also kauften wir uns auch noch ein Zelt und ein zwei Luftmatratzen.

Natürlich ist das, was uns passiert ist, genau das, was keinem hier drüben passieren will. Aber wir haben auch schon von mehreren Backpacker genau die gleiche Geschichte gehört. Und dagegen lässt sich, wie wir jetzt selbst gemerkt haben, nichts machen.
Wir haben das Auto, bevor wir es gekauft haben, von einem Mechaniker durchchecken lassen und sogar noch eine kleine Reparatur bei einer anderen Werkstatt durchführen lassen. Aber die Autos die hier zum größten Teil verkauft werden, sind natürlich schon älter und auch eine gewisse Kilometeranzahl gelaufen. Da ist es einfach eine 50/50 Chance, ob es einen erwischt oder nicht.

Uns geht es auf jeden Fall gut. Wir sind meiner Meinung nach gut mit der Situation umgegangen, obwohl man es, in so einem Moment, einfach nicht wahr haben will, was gerade passiert und auch nicht weiß, was jetzt das Richtige ist.
Wir haben eine Entscheidung getroffen und sind froh uns ein zweites Auto gekauft zu haben und hoffen durch das Arbeiten unsere Reisekasse wieder auffüllen zu können.

Und ihr dürft euch darauf freuen bald Fotos von unserem neuen kleinen Flitzer zusehen!

 

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